Ich kann mir mein Bullet Journal aus meinem Alltag einfach nicht mehr wegdenken. Das liegt vor allem daran, dass ich es für meine Arbeit so viel benutze wie kein anderes (digitales) Tool!

Seit Mitte 2019 bin ich komplett selbstständig, und über zwei Jahre habe ich auch davor schon quasi in Teilzeit selbstständig gearbeitet, während wir Punktkariert aufgebaut haben (in der Zeit hatte ich dann noch einen Nebenjob im Büro).

Mittlerweile habe ich mehrere eigene Websites, Kund*innen für die ich unterschiedliche Dinge im Content-Bereich mache, manchmal Freelancing nach Stunden abgerechnet, manchmal Strategieberatung zum Fixpreis.

Sagen wir’s so: Das alles ist ziemlich vielseitig und es gibt auch ziemlich viel, über das ich den Überblick behalten muss!

Für mich gibt’s da kein besseres Hilfsmittel als das Bullet Journal.

Ich zeig dir in diesem Artikel, wie ich meinen Business-Alltag im Bullet Journal organsiere, welche Seiten und Übersichten für mich unerlässlich sind und einige zusätzliche Ideen als Inspiration für dich!

Warum macht Bullet Journaling für Selbstständige so viel Sinn?

Diese Frage finde ich tatsächlich ziemlich leicht zu beantworten. Das Bullet Journal System ist so flexibel, dass es für mich mit Abstand die beste Option für einen Planer ist! (Okay, ich hatte auch jahrelang keinen anderen mehr. Trotzdem.)

Mit eigenem Business ist halt mal mehr los, mal weniger. Mal braucht man mehr bestimmte Listen und Übersichten, mal nicht.

Welcher andere Planer oder Kalender kann einem diese Flexibilität schon bieten?

Du hast in deinem Bullet Journal jederzeit genug Platz für alles, was ansteht (und wenn mal nicht so viel ansteht, auch okay, dann gibt’s keine Seiten, die unnötigerweise leer bleiben).

Bullet Journaling hat, Instagram sei Dank, mittlerweile ganz extrem dieses Image von „es muss schön aussehen und es braucht wahnsinnig viel Zeit“. Dadurch sind viele erstmal abgeschreckt, was ich jedes Mal schade finde, wenn mir jemand davon erzählt.

Ich meine, hab ich in meinem Alltag Zeit für aufwendige Gestaltungen von Wochenübersicht & Co.? Definitiv nicht. Da liegt meine Priorität woanders.

Falls du also selbstständig und gerade noch unsicher bist, ob ein Bullet Journal das Richtige für dich ist, lass dich bitte davon schon mal nicht abhalten :)

Du hast alles an einem Ort

Der entscheidende Vorteil eines Bullet Journals (egal, ob du es für dein Business benutzt oder rein privat): Du hast alles gesammelt an einem Ort.

Keine To-do-Listen auf Post-its, die überall verteilt sind und die kein Mensch mehr wiederfindet, keine Ideen, die du irgendwann mal irgendwo aufgeschrieben hast und die dann aber in der Versenkung verschwinden.

In deinem Bullet Journal geht gar nichts verloren. Wenn du den Index sorgfältig nutzt, findest du alles, was du brauchst, schnell wieder. Du hast den besten Überblick über Deadlines und Termine, wann du woran gearbeitet hast und so weiter.

Die Bullet Journal Methode als Ausgangspunkt

Ich würde dir auf jeden Fall empfehlen, die originale Bullet Journal Methode nach Ryder Carroll als Ausgangspunkt zu nehmen und erstmal damit zu arbeiten. Im Arbeitsalltag wirst du dann schnell merken, was dir noch fehlt und welche Listen, Tracker etc. du noch brauchst.

Dafür nimmst du dann einfach die nächste freie Seite in deinem Journal und fügst die Übersicht hinzu! (Mega, diese Flexibilität, oder? Sag ich ja.)

Das Buch von Ryder Carroll kann ich dir nur empfehlen (hier meine Review)!

Ich hab übrigens selber auch schon einige digitale Tools ausprobiert, was Projektmanagement und To-do-Listen angeht. Das hat für mich nur bedingt funktioniert.

Am allerbesten ist es für mich einfach, alles aus meinem Kopf raus und mit einem Stift auf Papier zu schreiben. Deswegen bin ich generell auch so ein Fan von Journaling – und das gilt auch für meinen Business-Alltag!

So viel also dazu. Falls du dich jetzt fragst, wie genau ich diesen Alltag denn jetzt im Bullet Journal organisiere – kommen wir jetzt doch einfach mal zu meinen wichtigsten Listen und Übersichten.

Essentials: Monats-, Wochen- und Tagesübersichten

Das Allerwichtigste sind für mich tatsächlich keine ausgefallenen Listen, sondern ganz klassisch Monats-, Wochen- und Tagesübersicht!

Hier hab ich am Anfang echt viel ausprobiert, mittlerweile aber mein System gefunden, das ich echt nur noch minimal anpasse, wenn überhaupt.

Das ist relativ unspektakulär, aber wie gesagt: Mir kommt’s hier überhaupt nicht auf Kreativität und schönes Aussehen an, sondern viel mehr darauf, dass es mir wirklich weiterhilft. Kreativität findet an anderen Stellen im Bullet Journal einen Platz!

Monatsübersicht

Meine Monatsübersicht ist sehr ans klassische Design nach Ryder Carroll angelehnt. Links auf der Doppelseite liste ich als erstes alle Tage des Monats untereinander auf. Der Übersicht halber trage ich auch Termine ein (ohne Uhrzeit).

Für meine Termine nutze ich hauptsächlich meinen digitalen Kalender, der so hervorragend zwischen iPhone und MacBook synchronisiert und den ich z.B. auch mit meinem Freund geteilt habe. So muss er mich nicht jeden Tag fragen, wann ich nochmal genau Calls habe (okay, macht er trotzdem ständig, aber immerhin kann ich dann sagen er soll selber nachgucken).

Die Termine stehen also trotzdem in der Monatsübersicht – warum?

Mir kommt’s hier vor allem darauf an, alles im Überblick zu sehen. Ich werfe einen Blick drauf und kann gut einschätzen, wann z.B. viele Termine sind und in welcher Woche des Monats ich was erledigen kann.

Manchmal lege ich auch für jede Woche des Monats einen bestimmten Fokus fest.

Rechts auf die Doppelseite kommt dann eine Übersicht für meine eigenen Projekte und Websites. Ich schreib mir grob auf, was ich im Laufe des Monats für welche Seite machen möchte. Aufgaben für Kund*innen kommen hier nicht rein.

Das sind aber keine konkreten To do’s, sondern eher Ziele bzw. eben das, was ich Ende des Monats geschafft haben möchte (z.B. eine bestimmte Anzahl an Blogartikeln schreiben).

Außerdem habe ich hier noch eine Sektion für Persönliches, damit auch das nicht zu kurz kommt. Generell trenne ich Business und Privat in meinem Bullet Journal übrigens nicht.

Wochenübersicht

Die Wochenübersicht ist fast das Wichtigste in meinem Arbeitsalltag. Ich nutze sie schon seit Ewigkeiten im gleichen Design: links eine Art Tabelle mit Terminen und To do’s für jeden Tag, rechts alle To do’s für die Woche im Überblick (du merkst schon, Überblick ist mir wirklich wichtig).

Hier kommen dann jetzt auch die To do’s rein, die im Laufe der Woche für Kund*innen anstehen!

Wenn ich die Woche plane, schreibe ich zuerst alle Termine in die entsprechende Spalte links. Dann schreibe ich auf der rechten Seite generell alle To do’s für die Woche auf. Die Wichtigsten davon übertrage ich wiederum in die einzelnen Tage links.

Das klingt jetzt vielleicht erstmal umständlich, ist es aber gar nicht. Das Ziel hierbei ist, dass ich mir für die wichtigsten Aufgaben der Woche auch wirklich genug Zeit einplane.

Deswegen ist es auch hier wieder hilfreich zu sehen, an welchen Tagen welche Termine sind, und wie viel Zeit dann quasi noch übrig bleibt. So kann ich sicherstellen, dass für die wichtigsten Sachen auch wirklich genug Zeit eingeplant ist.

Alles andere, was ich rechts aufschreibe, erledige ich (im Optimalfall) auch, aber da gucke ich dann Tag für Tag, was ich noch zusätzlich schaffe.

Tagesübersicht

Dann folgt die Tagesübersicht – meine To-do-Liste für jeden Tag! Ich halte mich hier ziemlich nah am Originalsystem von Ryder Carroll, mit unterschiedlichen Symbolen für Termine, To do’s und Notizen.

Beim Erstellen schaue ich zuerst in die Wochenübersicht, was für den Tag eingeplant ist, und übertrage das in die Tagesübersicht. Dann schaue ich, was vom Tag vorher noch offen ist und ob das direkt heute erledigt werden muss oder noch länger warten kann. Je nachdem übertrage ich also auch das oder lasse es erstmal offen.

Mein Bullet Journal mit der Tagesübersicht liegt den ganzen Tag offen neben mir auf dem Schreibtisch. So kann ich direkt Sachen abhaken und Gedanken und Ideen aufschreiben. Auch Notizen von Kundencalls schreibe ich hier auf.

So kann die Tagesübersicht mal eine halbe Seite beanspruchen und mal eine komplette Doppelseite!

Monats-, Wochen- und Tagesübersicht haben sich bei mir über die letzten Jahre wirklich gut eingespielt und ich wüsste wirklich überhaupt nicht, wie ich ohne klarkommen sollte (muss ich ja zum Glück auch nicht).

Natürlich wird mein System auch nicht für jede*n funktionieren. Überleg dir, was dir jeden Monat und jede Woche wichtig ist, und erstelle deine Übersicht entsprechend. Du bist ja komplett flexibel!

Wenn etwas doch nicht so optimal ist, kannst du es direkt in der folgenden Woche wieder ändern, das ist ja das Großartige :)

Für mich ist es jedenfalls unglaublich wertvoll, dass ich mich drauf verlassen kann, dass in meinen Übersichten alles Wichtige drinsteht!

Business-Ziele

Was das Ziele setzen angeht, da bin ich ehrlich gesagt etwas hin und her gerissen. Ich habe festgestellt, dass es für mich aktuell einfach keinen Sinn macht, mir sowas wie Jahresziele zu setzen – dazu ändert sich zu viel, das ich nicht vorhersehen kann. Schon sind die Ziele hinfällig.

Was aber 2020 gut funktioniert hat, sind Quartalsziele. Sowohl privat als auch beruflich habe ich mir für jedes Quartal 3 Ziele gesetzt. Auch hier kam manchmal was dazwischen, aber für ein Quartal kann ich eher planen, als für ein ganzes Jahr.

(Kommt auf einmal ne Pandemie, wars das dann schon mal schnell mit den Jahreszielen)

Da meine Bullet Journals aktuell immer ziemlich genau für sechs Monate halten, passen also zwei Quartale in eins und ich habe ganz vorne eine Seite für meine Ziele:

Was ich mir für 2021 vorgenommen habe, um noch besser an der Erreichung der Ziele arbeiten zu können: Für jedes der drei Quartalsziele möchte ich eine eigene Seite anlegen, auf der ich konkrete Ideen oder To do’s dafür aufschreibe.

Wenn du dir also z.B. ein Umsatzziel setzt, kannst du auf dieser Seite Ideen notieren, was du tun kannst, um den entsprechenden Umsatz auch zu erreichen.

Eins meiner Quartalsziele ist z.B. eine bestimmte Anzahl an Gastartikeln auf anderen Blogs zu veröffentlichen. Auf diese extra Seite kann ich zum einen Ideen für mögliche Blogs aufschreiben, Ideen für konkrete Themen über die ich schreiben kann, und wie ich dafür am besten vorgehe.

So werden Ziele von einem wenig konkreten Gedanken zu etwas, das man auch wirklich erreichen kann!

Damit ich diese Ziele übrigens wirklich präsent habe und sie nicht in meinem Bullet Journal untergehen, schreibe ich sie mir z.B. auf Karten, die direkt an meinem Schreibtisch stehen.

Content-Ideen

Content, also Inhalte in Form von Blogartikeln und Videos, ist definitiv einer der Hauptbestandteile in meinem Business. Umso wichtiger, auch hier den Überblick zu behalten (gerade bei mehreren Blogs).

Was ich tatsächlich digital mache, ist die konkrete Planung, wann was veröffentlicht wird. Warum?

Ganz einfach: Hier ändert sich ständig was, und das lässt sich im Notizbuch einfach schwieriger anpassen. Ja, man könnte hier z.B. auch mit flexiblen Post-its arbeiten, aber irgendwie – nee. Dafür nutze ich lieber eine Google Tabelle.

Was ich aber im Bullet Journal habe: Listen mit Ideen für neue Blogartikel und Videos!

Auch sehr hilfreich finde ich eine Liste mit Blogartikeln, die mal wieder aktualisiert werden müssen. Die kann man hier sammeln und dann irgendwann in einem Rutsch durcharbeiten.

Brain Dumps

Ganz unspektakulär, aber super wichtig: Seiten, um einfach mal das Gehirn auszuleeren und alles aufzuschreiben, was einem z.B. für ein Projekt einfällt!

Hier geht’s nicht darum, irgendwas zu ordnen oder eine bestimmte Struktur einzuhalten. Stattdessen kannst du hier wirklich einmal alles sammeln. Das Ordnen kommt dann im nächsten Schritt, wenn du z.B. eine konkrete Projektplanung erstellst.

Für die kannst du dann auf deinen Brain Dump zurückgreifen und alles ordnen. Das ist so wesentlich einfacher, als wenn du alles nur im Kopf hast.

Notizen/Zusammenfassungen von Büchern, Onlinekursen etc.

Weiterbildung und neue Dinge zu lernen gehört zu meinem Business-Alltag absolut dazu. Ich lese viele Bücher zu ganz verschiedenen Bereichen und mache Onlinekurse zu spezifischen Themen, in denen ich mich verbessern möchte.

Gerade bei Büchern besteht aber definitiv die „Gefahr“, sie zu lesen, zu denken „Ah ja, guter Punkt, sollte ich auch mal ausprobieren“ – ja, und dabei bleibt’s dann irgendwie. Deswegen schreibe ich gerne einer Zusammenfassung der Kernaussage eines Buches in mein Bullet Journal, und/oder auch 3 konkrete Dinge, die ich umsetzen möchte.

Je nachdem, wie groß oder klein diese Dinge sind, kannst du dafür dann z.B. auch wiederum eine extra Seite erstellen (ähnlich wie bei den Zielen) oder sie direkt als To do in die Wochenübersicht übertragen!

Das gleiche gilt natürlich auch für Onlinekurse, Webinare, Hörbücher, Podcasts oder wie auch immer du dich am liebsten weiterbildest.

Weitere Ideen für dein Bullet Journal im Business-Alltag

Das waren die wichtigsten Listen und Übersichten, die ich als Selbstständige in meinem Bullet Journal nutze! Vielleicht war ja auch etwas dabei, das du mal ausprobieren möchtest.

Was z.B. auch total Sinn machen kann: Mit Farbcodes zu arbeiten. Eine Farbe für jedes Projekt oder jeden Kunden kann der ganzen Sache noch mehr Überblick verleihen und super hilfreich sein!

Natürlich ist hier aber noch nicht Schluss, deswegen sind hier noch weitere Ideen für Listen & Co.:

  • Ausgabentracker
  • Social Media Posting-Plan
  • Tracker für den Fortschritt von Projekten
  • Mind Maps aller Art
  • inspirierende Zitate
  • Wunschliste für dein Business
  • wichtige Kontaktinformationen
  • eine Seite für jegliche Ideen, die irgendwo festgehalten werden müssen
  • interessante Blogs oder Podcasts
  • Übersicht über deinen Wunschkunden
  • Liste mit Gründen, warum du dich selbstständig gemacht hast (für schlechte Tage)
  • Produkte, die du erstellen möchtest
  • kurzer, knackiger Überblick über deine Strategie für einzelne Kanäle
  • Feedback von Kunden
  • Statistiken, z.B. am Monatsende
  • die Vision, Mission, Werte etc. für dein Business
  • Überblick über Affiliate Programme
  • Kalender für Networking-Events (post Corona)
  • interessante Kooperationspartner
  • Liste mit Dingen, die du lernen möchtest
  • Checklisten aller Art

Wie nutzt du als Selbstständige dein Bullet Journal, was sind für dich die wichtigsten Seiten? Oder hält dich gerade noch etwas davon ab? Teil deine Erfahrungen oder Fragen gerne in den Kommentaren!

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