5 Minuten jeden Morgen und jeden Abend – mehr Zeit brauchte es vor 3 Jahren für mich nicht, um meinen Tag zu planen und auszuwerten.

Ich hatte ein einfaches Notizbuch und schrieb stur und unkreativ meine Termine hinein. Damals gab es noch lange nicht so viele Anregungen und Ideen im Netz zum Thema Bullet Journal, wie sie heute vorhanden sind.

Im Laufe der Monate schaute ich mir viel ab, kopierte Layouts und steckte immer mehr Zeit in mein Notizbuch, welches ich nun auch als Bullet Journal bezeichnen konnte.

Dieser Artikel ist ein Gastartikel von Luise. Sie ist 21 Jahre alt und studiert Lebensmittelchemie. Als Gegenpol zu ihrem naturwissenschaftlichen Alltag tobt sie sich seit 2016 in ihren Bullet Journals aus und ist auch sonst für die meisten Formen der Kreativität zu begeistern.

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Was brauche ich wirklich?

Es gab Wochenübersichten, die gestaltete ich komplett minimalistisch in schwarz-weiß. Die nächste wurde kribbelbunt und sehr unübersichtlich.

Es gab Seiten, die fast vor Erinnerungen, Fotos und Terminen platzten und Wochen, in denen mir die spärlich beschriebenen Seiten traurig entgegen schauten. Ich mag alle Seiten in meinen Bullet Journals.

Bei mir wird nie etwas überklebt, nur weil ich es nach einigen Tagen nicht mehr schön finde.

Aber letzten Sommer fasste ich den Entschluss, mein BuJo endlich nach meinen eigenen Ideen und Vorlieben zu entwerfen. Ich nahm mir die Zeit und schrieb eine Liste von den Dingen, die ich wirklich brauche und schön finde.

Was mein Bullet Journal haben muss:

  • Einen übersichtlichen Jahresüberblick mit Geburtstagen, Prüfungen und lang geplanten Ereignissen
  • Einen Gesundheitstracker für das ganze Jahr
  • Einen kurzen, übersichtlichen Tracker für jeden Monat
  • Ein Wochenlayout, welches sich der Fülle an Ereignissen und Terminen anpasst und trotzdem einheitlich bleibt
  • Einen abgegrenzten Teil auf den letzten Seiten des Buches für Rezepte, Urlaubsseiten, Buchrezensionen und sonstige Späße

Was ich schön finde:

  • Einheitliches Design (pro Monat eine Farbe/Thema)
  • schöne Handschrift

Stück für Stück zum neuen Bullet Journal – in Kurrent

Ich fing schon im Oktober an das BuJo für das Jahr 2019 zu gestalten, weil ich es nicht mehr erwarten konnte, meine Ideen umzusetzen. Mein „altes“ BuJo diente ab dem Zeitpunkt dazu, meine Ideen zu entwickeln.

Die größte Übung brauchte die Idee „schöne Handschrift“. Zu Beginn las ich viele Artikel zum Thema Handschrift verbessern. Ein schöner Stift, das richtige Papier und eine aufrechte Sitzposition.

All das, was empfohlen wurde, klappte nur an manchen Tagen und erst recht nicht im Zug oder bei schnellen Eintragungen zwischendurch. Beim Durchstöbern des Internets nach Schriftarten entdeckte ich das altdeutsche Alphabet.

Ich fand vor allem Kurrent sehr hübsch und mochte den Gedanken, dass nicht jede Person ohne weiteres meine Einträge lesen würde können.

Passe alles so an, wie es dir am besten gefällt!

Ich gestaltete mir eine Karteikarte mit den Buchstaben, schrieb Texte aus Zeitschriften oder Gedichte ab und nahm einige Anpassungen an den Buchstaben vor. Beispielsweise änderte ich das kleine „e“ von zwei Haken in einen ab, so war es für mich deutlicher von dem kleinen „n“ zu unterscheiden.

Mit den Wochen wurde es zu meiner eigenen (Schreib)-Schrift. Da anfangs das Lesen auch eine kleine Herausforderung war, bemühte ich mich stets jeden Haken und Bogen korrekt auszuführen.

Diese Übung half dabei, dass das Geschriebene immer sehr gleichmäßig und somit auch schön aussah.

Mittlerweile kann ich flüssig und schnell schreiben und lesen, wie bei meiner „normalen“ Handschrift. Auch das Schreiben im Zug oder mit einem ungewohnten Stift ist kein Problem mehr.

Und so bin ich letztendlich sehr zufrieden mit meiner Ideenumsetzung zum Thema Handschrift!

Mach dein Bullet Journal zu einem Ritual

Die BuJo-Zeit ist nun zu etwas ganz Besonderem mit festem Ritual geworden. Ich höre dabei die „Too slow to Disco FM“- Playlist auf Spotify, habe meist eine heiße Tasse Tee neben mir stehen, greife zum Stift und fange an zu schreiben, wie es meine Urgroßeltern konnten.

Meine Ideen vom Sommer habe ich in meinem neuen Bullet Journal alle umgesetzt. Ich suche mir eine Farbe und ein Thema für jeden Monat heraus. Meist stehe ich im Laden vor dem Regal mit den Tombow-Stiften und kaufe die Farbe, die mich am meisten anspricht.

Für den Januar wählte ich einen goldenen Stift und passend dazu Feuerwerk als Thema. Der Tracker hält sich bei mir sehr einfach und ist noch in der Entwicklungsphase. Im Januar richtete ich mein Augenmerk noch auf Stimmung, Gesundheit, Schlafenszeiten und Wasseraufnahme.

Im Februar probierte ich mich an der Aquarellfähigkeit von Rotstiften in Form von Rosen. Mein „Tracker“ bestand nun aus Schlafenszeiten und „Beschreibe deinen Tag in einem Satz“.

Wochenübersichten im ähnlichen Design

Mein Wochenlayout gestalte ich mit einem Stempel und dem farblich entsprechenden Stempelkissen. Meiner Meinung nach heben sich so die Wochentage schön von meinen Einträgen ab, ohne dass ich andere Farben oder Stift verwenden muss.

Und zusätzlich verbindet der Stempel all die verschiedenen Wochenlayouts und lässt sie ähnlich aussehen!

Trennung von Wochenübersichten und sonstigen Listen & Co.

Die letzten Seiten des Buches (Wochenseiten vorher abgezählt) nutze ich für alles, was ich in diesem Jahr mache und notieren möchte. Ich fand es immer störend, wenn solche Seiten zwischen den normalen Wochenlayouts zu finden (oder eher nicht mehr zu finden) sind.

Hier zu sehen ist eine Liste mit dem Grundvorrat, der immer im Haus sein sollte. Auf den Post-its kann ich ankreuzen, was ich beim nächsten Einkauf besorgen muss.

Auch eine Seite mit den wichtigsten Grundrezepten ist mir sehr wichtig. Diese hatte ich schon in meinem ersten Bullet Journal und übertrage sie jedes Mal aufs Neue.

Einige Seiten halte ich mir frei für die schönsten Zitate und meiner Rezension zu einem abgeschlossenen Buch. Ich habe schon einige Male darüber nachgedacht, ein Lesetagebuch anzufangen.

Jedoch ist es ja gerade das Schöne am Bullet Journal, all die Notizen die man in viele einzelne Bücher schreiben würde, in einem einzigen zu sammeln!

Ich bin mittlerweile sehr glücklich mit meinem Bullet Journal. Es war gut, viel auszutesten und sich selbst die Zeit zu lassen bis man findet, was einem wirklich gefällt und Spaß macht.

Achtest du in deinem Bullet Journal auch auf deine Handschrift? Was hast du ausprobiert, bis dein Bullet Journal so geworden ist, wie es heute ist? Lass es uns gerne in den Kommentaren wissen!