Wenn man zum ersten Mal mit dem Thema Bullet Journal in Berührung kommt, kann das Ganze etwas einschüchternd wirken.

Wenn Leute mein Bullet Journal zum ersten Mal sehen, kommen oft so Kommentare wie: “Total schön! Aber ich könnte das nicht, mit meiner furchtbaren Handschrift.” oder “Ich würde das eigentlich auch gerne mal ausprobieren, aber die Zeit dazu hätte ich gar nicht!”.

Ich werde bis heute nicht müde, diesen Leuten dann zu erklären, dass es darum gar nicht geht, nicht um eine schöne Handschrift und nicht um stundenlange Arbeit jeden Tag, nur um am Ende ein schönes Bullet Journal zu haben.

In diesem Artikel möchte ich jetzt mal Schluss machen mit drei Bullet Journal Mythen, die mir regelmäßig über den Weg laufen. Falls du jemanden kennst, der auch so reagiert wie bei mir, dann schick ihm doch gerne den Link zu diesem Artikel :)

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Mythos #1: Ein Bullet Journal zu führen ist doch total zeitaufwendig!

Ich kann total nachvollziehen, dass es auf den ersten Blick so aussieht, als würde ich jeden Tag Stunden in mein Bullet Journal investieren. Monats- und Wochenübersichten selbst gezeichnet, jeden Tag eine neue To Do Liste, in die dann auch noch die nicht erledigten Dinge vom Tag vorher neu reingeschrieben werden, zwischendurch immer mal wieder ein Lettering…

Ja, das sieht wahrscheinlich so aus, als wäre das sehr zeitaufwendig.

Tatsächlich sind es aktuell nicht mehr als 10 Minuten pro Tag, die ich ins Planen und Organisieren meiner Termine und To Do’s investieren. 10 Minuten! Keiner kann mir erzählen, dass er abends keine 10 Minuten hat, um kurz den nächsten Tag zu planen.

Denn mehr ist es eigentlich nicht. Wenn du einen oder sogar mehrere Tracker führst, dann wollen diese natürlich auch jeden Abend ausgefüllt werden. Aber auch das nimmt nicht mehr Zeit in Anspruch als ein paar Minuten. Und Tracker sind schließlich kein Muss! Hier kannst du nochmal nachlesen, welche Module das originale Bullet Journal System beinhaltet.

Plane den nächsten Tag, bevor du ins Bett gehst!

Diese paar Minuten kann man sich wunderbar abends nehmen, bevor man ins Bett geht. Abends schon die To Do Liste für den nächsten Tag zu schreiben, hat so viele Vorteile! Zum Beispiel kannst du dann viel ruhiger schlafen, weil du nichts im Kopf behalten musst. Du hast ja schon alles aufgeschrieben, was am nächsten Tag anfällt!

Natürlich brauchst du ein bisschen Zeit, um neue Monats- und Wochenübersichten zu gestalten. Aber je nachdem, wie minimalistisch du diese hältst, ist auch das kein großer Aufwand. Ich selber brauche am Wochenende ca. 20 Minuten, um die neue Woche zu planen.

Diese Zeit ist es mir auch absolut wert, denn ich weiß, dass ich einfach viel entspannter und produktiver durch die Woche gehen kann, wenn ich zuvor alles gut geplant und aufgeschrieben habe!

Es ist also definitiv nicht sehr zeitaufwendig, ein Bullet Journal zu führen. Es sei denn, du möchtest es so – natürlich kannst du jede Übersicht total künstlerisch gestalten. Aber wer das macht, der hat einfach Spaß daran :)

Mythos #2: Um ein Bullet Journal zu führen, brauche ich eine schöne Schrift und muss kreativ sein

Wer sich auf der Suche nach Ideen und Inspirationen durch Pinterest und Instagram klickt, der findet meist nur wunderschön gestaltete Seiten im Bullet Journal, ohne Fehler und mit der perfekten Handschrift.

Logisch, oder? Wer postet schon ein Foto bei Instagram, wenn man sich dort nur verschrieben hat und die Hälfte deswegen wieder durchstreichen musste?

Es ist doch das allergrößte Social Media Phänomen, nur die guten Seiten des Bullet Journals (und des Lebens) zu zeigen. Aus diesem Grund habe ich übrigens vor einiger Zeit einen Artikel geschrieben, in dem ich dir meine Bullet Journal Fehler zeige!

Aber es kommt beim Bullet Journaling schlicht und einfach nicht darauf an, wie schön es aussieht. Es kommt darauf an, ob es dir hilft, deinen Alltag besser zu organisieren, deine Termine im Blick zu behalten und deine Notizen alle an einem Ort zu haben, damit du sie nicht verlierst.

Du kannst die Funktionalität in den Vordergrund stellen

Ein Beispiel: Mein Vater hat wirklich die unordentlichste Schrift aller Zeiten. Wirklich jetzt, ich glaube, er ist der einzige Mensch auf der ganzen Welt, der seine eigene Schrift lesen kann.

Nachdem wir letztes Jahr Punktkariert gestartet haben, fand er das mit dem Bullet Journal eigentlich ganz cool. Und dann hat er selbst eins angefangen. Keiner weiß so genau, was er da drinstehen hat (kann ja keiner lesen), aber für ihn funktioniert es. Er hat sich das Grundsystem so angepasst, dass es ihm hilft, und kommt damit bestens zurecht!

Und er würde sicher niemals auf die Idee kommen, seine Seiten extra schön und aufwendig zu gestalten. Die Funktionalität steht bei ihm absolut im Vordergrund!

Und noch eine Sache: Die ganzen super schön gestalteten Überschriften und Header, die man in vielen Bullet Journals findet, haben rein gar nichts mit der Handschrift zu tun. Handlettering allgemein hat nichts mit der Handschrift zu tun! Da geht es wirklich nur um Übung, Übung, Übung. Falls du damit auch starten möchtest, habe ich dir hier ein paar Tipps aufgeschrieben.

Mythos #3: Je mehr Tracker & Co. im Bullet Journal zu finden sind, desto besser

Viele Leute, die gerade mit dem Bullet Journaling gestartet sind, suchen immer nach mehr: mehr Tracker, mehr Listen, mehr Übersichten. Und das ist am Anfang auch genau richtig so! Du solltest alles ausprobieren, von dem du denkst, dass es cool ist und dir gefällt.

Ich habe das genauso gemacht. Du musst am Anfang einfach alles testen, um herauszufinden, ob es dir hilft oder nicht. Irgendwann war ich dann aber an dem Punkt angekommen, an dem ich gemerkt habe, dass zum Beispiel der Habit Tracker mich mittlerweile eher stört, anstatt dass er mir hilft, all die Sachen auch einzuhalten.

Aber es ist mir erst wirklich schwer gefallen, den Tracker einfach nicht mehr zu nutzen. Weil ich irgendwie das Gefühl hatte, dass ich ihn weiter benutzen muss – man macht das ja irgendwie so. Je mehr Tracker, desto besser!

Halb ausgefüllter Habit Tracker für den Juni

Tracke nicht nur, um zu tracken

Das ist also ein Mythos, an den ich selber lange geglaubt habe. Ich möchte dir nur einen Tipp mit auf den Weg geben, falls du das gleiche Gefühl hast, wie ich es hatte: Nein, es kommt nicht darauf an, wer die meisten Tracker im Bullet Journal führt. Mach das, was für dich richtig ist und funktioniert!

Ich benutze mittlerweile übrigens fast gar keine Tracker mehr. Immer mal wieder habe ich einen mini Habit Tracker in der Wochenübersicht, aber das ist eher die Ausnahme. Aktuell benutze ich eigentlich nur Monats-, Wochen- und Tagesübersichten, zwischendurch schreibe ich ein paar Notizen auf Seiten dazwischen. Mehr nicht! Und das funktioniert für mich aktuell einfach richtig gut.

Die Möglichkeiten des Bullet Journals sind unbegrenzt, was oft dazu führt, noch mehr Tracker zu nutzen – ich versteh das total. Aber wenn du merkst, dass ein Tracker dir nichts mehr bringt, dann schmeiß ihn einfach raus! Du kannst ihn schließlich jederzeit wieder hinzufügen, falls dir doch etwas fehlt.

Kannst du dich in einem oder mehreren der Bullet Journal Mythen wiederfinden? Schreib es gerne in die Kommentare!