4 Tipps, wie du wieder zurück zum Bullet Journal findest

zurück zum Bullet Journal

Was tun, wenn es dir aktuell schwer fällt, dein Bullet Journal zu führen?

Manchmal ist es gar nicht so einfach, allen Dingen im Alltag gerecht zu werden. Viele verschiedene Baustellen erfordern deine Aufmerksamkeit, und einige Sachen kommen so zwangsläufig zu kurz.

So kann es vorkommen, dass auch dein Bullet Journal ein wenig leidet. Es soll dir aber ja gerade dabei helfen, dein Leben einfacher und strukturierter zu gestalten. Mir ging es in der letzten Zeit ähnlich. Deshalb habe ich mir überlegt, wie ich dagegen angehen kann und verschiedene Sachen ausprobiert. In diesem Post habe ich nun ein paar Tipps aufgeschrieben, wie du wieder Freude an deinem Bullet Journal finden kannst.

1. Zurück zum Bullet Journal – erzwinge es nicht!

Wenn du dich gerade wirklich nicht danach fühlst und dich schon der Gedanke daran, das Bullet Journal aufzuschlagen, stresst: lass es. Es wird immer Phasen geben, in denen dir das Journaling mehr Spaß macht als in anderen. Aber sobald du dich nur noch genervt fühlst, ist der Sinn, der hinter dem System steckt, weg. Schließlich ist es dazu da, dir das Leben zu erleichtern und nicht, es noch schwieriger zu machen.

Im Normalfall hilft es dann auch nicht, wenn du dich dazu zwingst, es trotzdem zu benutzen. Dinge, die man unter Zwang macht, werden in den häufigsten Fällen nicht gut. Selbstverständlich gibt es im Leben Sachen, die man einfach erledigen muss, auch wenn man keine Lust dazu hat. Das Führen eines Bullet Journals gehört aber mit Sicherheit nicht dazu.

Mir persönlich hat es sehr geholfen, das Buch einfach mal für einige Zeit zur Seite zu legen. Plane am besten auch gar nicht ein, es zu benutzen. Im Idealfall machst du das in einer Phase, in der du ohnehin eher weniger zu erledigen hast. Vielleicht steht ja ein Urlaub an oder zumindest eine ruhigere Zeit mit weniger To Do’s. So nimmst du ganz bewusst Abstand davon und dein Gehirn verbindet keinen Zwang mit deiner Planungsroutine.

Das Schöne an diesem System ist ja auch, dass du jederzeit wieder einsteigen und zurück zum Bullet Journal kommen kannst. Selbst wenn du einige Wochen aussetzen möchtest, ist das kein Problem. Da es eben kein vorgefertigter Kalender ist, gehen keine Seiten verloren. Schlag einfach die nächste Seite auf und weiter geht’s.

2. Back to the roots – zurück zum Wesentlichen

Überlege dir, warum du eigentlich überhaupt mit dem Bullet Journaling angefangen hast. Was hat dich daran so begeistert? Ist es das Konzept an sich, die komplette Flexibilität? Sind es die verschiedenen Tracker? Welche Arten von Tages- und Wochenübersichten haben früher für dich funktioniert?

Das Besondere des Bullet Journals ist ja, dass du es komplett frei gestalten kannst. Es kann dadurch aber auch durchaus sein, dass du dich vor lauter Möglichkeiten ein wenig verzettelt hast. Vielleicht hast in den Weiten des Internets tolle Ideen und Spreads gesehen. Natürlich möchtest du sie dann am liebsten alle auf einmal ausprobieren und deiner Kreativität freien Lauf lassen.

Schnell ist dann aber auch die Zeit zu knapp und du kannst die einzelnen Sachen vielleicht nur halbherzig umsetzen. Du hast (zu) viele neue Seiten gestaltet und kommst nicht mehr hinterher mit dem Ausfüllen und Pflegen. Geh in diesem Fall einen Schritt zurück und lass die Seiten so, wie sie sind. Konzentriere dich auf das, was dich wirklich weiter bringt und dir hilft.

Mir wirklich zu überlegen, warum ich das Konzept so gut finde und wie es mich täglich weiterbringen kann, war eine große Hilfe auf dem Weg zurück zum Bullet Journal.

3. Alles, was dich frustriert und einengt, muss weg

Was ich damit sagen will: wenn es Seiten oder Tracker gibt, die du ungern aufschlägst oder es dir schon davor graut, sie ausfüllen zu müssen, lass sie weg. Der Sinn eines Bullet Journals ist zwar durchaus, dich an deine Termine zu erinnern und dich vielleicht auch ein bisschen dazu zu zwingen, ungeliebte Dinge zu tun. Wenn du aber eine richtige Abneigung dagegen entwickelt hast, ist das einfach eher kontraproduktiv.

Mir ging das zum Beispiel in den vergangenen Monaten genau so mit dem Habit Tracker. Und das, obwohl er eines der Elemente war, die mich direkt zu Beginn so angesprochen haben. Zudem ist er ja völlig frei gestaltbar und es ist mir überlassen, nur Dinge darin aufzunehmen, die sich gut anfühlen. Trotzdem habe ich mich sehr schwer damit getan. Das hat dazu geführt, dass ich ihn immer seltener ausgefüllt habe und durch die halb ausgefüllten Kästchen auch immer noch weniger Freude daran hatte. Ein Teufelskreis!

Habit Tracker

Self Care Tracker

Die einzige Lösung für mich: weg damit. Ich habe ihn in den letzten Monaten schlussendlich einfach weggelassen und für mich hat das wunderbar funktioniert. Manchmal hilft es eben, den Fokus auf etwas anderes zu richten und sich auf andere Aspekte zu konzentrieren. Dadurch, dass ich ohnehin viel unterwegs und im Urlaub war, hätte ich ihn wahrscheinlich sowieso nur sporadisch genutzt. Diesen Monat habe ich mich dann wieder regelrecht darauf gefreut, ihn zu benutzen.

Setze dir keine unrealistischen Ziele!

Dieser Punkt ist quasi eine Erweiterung des Frustrations-Problems. Auch ich neige dazu, mir zu viel vorzunehmen und meine To Do Liste vollzupacken, nur um dann am Ende des Tages mit einer halbfertigen Liste dazustehen und von mir selbst enttäuscht zu sein. Das gleiche gilt übrigens auch für den Habit Tracker. Was möchte ich nicht alles täglich tun und auf wie viel möchte ich verzichten. Bei zu großen Veränderungen ist das Scheitern jedoch oft schon vorprogrammiert, da es schwierig ist, alles auf einmal zu schaffen.

Das heißt allerdings nicht, dass du dir keine Ziele setzen sollst, die dich ein bisschen fordern und für die du wirklich arbeiten musst! Aber sie sollten noch in realistischer Reichweite sein, damit du am Ende mit einem guten Gefühl den Tag oder den Monat ausklingen lassen kannst.

4. Versuche, dir wieder ganz bewusst Zeit dafür zu nehmen

Vielleicht hast du am Anfang immer begeistert in jeder freien Minute an und in deinem Bullet Journal geplant, geschrieben und gemalt. Dann ging es dir wie mir. Alles war neu, und ich konnte viele Dinge ausprobieren. Mit der Zeit kann aber auch das kreative Gestalten zur Last werden.

Wo du zu Beginn vielleicht schon Freitags die neue Wochenübersicht gestaltet hast, fällt dir jetzt erst am Montag Morgen auf, dass es mal wieder soweit ist. Schon bist du genervt, dass die Listen unvollständig sind, weil du keine Zeit dafür hattest, und du startest unzufrieden in die Woche.

Damit will ich nicht sagen, dass du dein Bullet Journal nur führen kannst, wenn du viel Zeit hineinsteckst und aufwändige Spreads zeichnest. Im Gegenteil! Das Konzept soll dir dienen, nicht umgekehrt. Die bunten Listen, Tracker und Übersichten sind kein Selbstzweck, sondern sollen dir helfen, deinen Alltag zu planen.

Um das Bullet Journal aber wirklich effektiv nutzen und das Beste herausholen zu können, ist es meiner Meinung nach aber trotzdem essentiell, dass du dir ein bisschen Zeit dafür nimmst.

Für mich hat sich herausgestellt, dass es am sinnvollsten ist, wenn ich mir abends ein paar Minuten Zeit nehme und die To Do Liste des vergangenen Tages durchgehe. Was konnte ich abhaken, was kann ich sogar vielleicht jetzt noch schnell erledigen? Welche Punkte sind vielleicht gar nicht mehr relevant und können weg?

Alles andere übernehme ich in die Liste für den kommenden Tag, die ich immer im Anschluss daran erstelle. Ergänzt werden die übrig gebliebenen Tasks noch um die Dinge, die ganz speziell an diesem Tag erledigt werden müssen oder stattfinden. Da ich absolut kein Morgenmensch bin, kann ich so nach dem Aufstehen und bei einer Tasse Kaffee in den Tag starten, ohne noch groß nachdenken zu müssen.

Falls es für dich sinnvoller ist, diese Planungsroutine am Morgen stattfinden zu lassen: tu es! Du kannst dir diesen Vorgang ganz flexibel in deinen Tag integrieren. Wichtig ist nur, dass du dir überhaupt Zeit nimmst, um deine Aufgaben zu reflektieren und zu strukturieren. Nur so kann dir das Bullet Journal Konzept von Nutzen sein.

Wenn du dann noch Zeit und Lust hast, die Seiten nach deinem Geschmack zu gestalten und dir das Freude bereitet, super. Es ist aber in keinster Weise nötig und du solltest dich niemals dazu zwingen müssen. Auch (beziehungsweise gerade, wenn man den Erfinder fragt) minimalistische Bullet Journals sind richtige Bullet Journals! Und den To Do’s ist es am Ende egal, in welcher Farbe sie geschrieben sind, die Hauptsache ist, sie können abgehakt werden :).

 

Ich hoffe, ich konnte dir mit diesem Post etwas weiter helfen, wenn du gerade ein bisschen „raus“ bist. Selbstverständlich sind diese Tipps keine Universallösung. Mir hat diese Vorgehensweise jedoch sehr geholfen, zurück zum Bullet Journal zu finden. Gerade bin ich wieder motivierter denn je, das Beste aus meinem BuJo herauszuholen.

Hast du ebenfalls schon Erfahrung mit kleinen Durststrecken gemacht? Was hat dir geholfen, wieder reinzukommen? Hast du vielleicht noch weitere Tipps? Lass es mich gerne in den Kommentaren wissen!

2 Kommentare zu „4 Tipps, wie du wieder zurück zum Bullet Journal findest“

  1. Hallo ihr lieben,
    wieder mal ein sehr schöner Artikel über das führen und nicht führen eines Bullet Journal. Auch ich war schonmal an diesem Scheidepunkt „Bullet Journal Ja oder Nein“ und ja, ich habe mich dann tatsächlich doch aufgerafft und weiter gemacht. Der Artikel wird bestimmt vielen Lesern/Leserinnen weiter helfen und die Angst vor dem „Neuanfang“ nehmen =)
    Seit kurzem schreibe ich über meine Erfahrungen mit dem Bullet Journal: https://sarahs-journal.com
    Schaut doch mal vorbei =)

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