Bullet-Journal-Vorlagen: die wichtigsten Seiten und wo du sie kostenlos findest
Bullet-Journal-Vorlagen nehmen dir das Vorzeichnen ab. Welche Seiten sich lohnen, wie du sie nutzt und wo du sie kostenlos als PDF bekommst.
Sonntagabend, der neue Monat startet am Dienstag, das Bullet Journal liegt aufgeschlagen vor dir. Eine leere Doppelseite, das Lineal irgendwo in der Schublade. Und bevor hier auch nur ein einziger Termin drinsteht, sitzt du erstmal eine halbe Stunde da und zeichnest Kästchen.
Bei mir war das jahrelang der Moment, in dem ich das Journal einfach wieder zugeklappt habe. Ich hab mir dann gesagt, ich mache das morgen in Ruhe, und morgen war dann irgendwann Mittwoch und der Monat lief schon ohne mich.
Genau an dieser Stelle setzen Bullet-Journal-Vorlagen an.
Seit ich mit Vorlagen arbeite, ist dieser Abend deutlich kürzer geworden. Ich bekomme das fertige Raster, das Ausfüllen bleibt bei mir. Ich zeig dir in diesem Artikel, welche Seiten sich bei mir wirklich bewährt haben, worauf ich beim Aussuchen achte und wie so eine Vorlage in dein Journal kommt, ohne dass sie nach Fremdkörper aussieht.
Eine Vorlage zu nutzen ist kein Schummeln
Ich hab das jahrelang selbst geglaubt: In einem richtigen Bullet Journal zeichnest du alles selbst, alles andere ist geschummelt. Woher das kam, ist kein Rätsel. Auf Pinterest und Instagram hab ich fast nur handgeletterte Doppelseiten mit Aquarellrand gesehen, und daneben fühlte sich mein ausgedrucktes Raster irgendwie nach zweiter Wahl an.
Nur: Für wen mache ich das eigentlich?
Mein Bullet Journal ist ein Werkzeug, kein Wettbewerbsbeitrag. Es soll mir Überblick geben und den Kopf ein bisschen leerer machen. Ob die Linien von meiner Hand kommen oder aus dem Drucker, ist meinem Kopf ziemlich egal. Ob ich überhaupt anfange, nicht.
Und ganz ehrlich, bei mir waren Vorlagen oft genau der Grund, warum ich überhaupt drangeblieben bin. Gerade am Anfang, als ich noch keine Ahnung hatte, wie eine Wochenübersicht bei mir eigentlich funktioniert, war ein fertiges Layout eine riesige Hilfe. Falls du gerade erst einsteigst, findest du die Grundlagen in meinem Artikel über das Bullet Journal starten.
Später zeichnest du vielleicht wieder mehr selbst. Oder eben auch nicht. Beides ist völlig okay :)
Welche Bullet-Journal-Vorlagen lohnen sich?
Es gibt für so ziemlich alles eine Vorlage, vom Wasser-Tracker bis zur Pflanzengieß-Übersicht (ja, die hab ich wirklich mal ausprobiert. Meine Pflanzen fanden sie leider nicht relevanter als vorher). Die meisten davon brauchst du nie. Sechs Seitentypen tauchen bei mir dagegen seit Jahren immer wieder auf, weil sie den Alltag tragen.
Die Monatsübersicht: dein Monat auf einem Blatt
Die Monatsübersicht ist die Seite, die ich am häufigsten aufschlage. Alle Tage des Monats untereinander oder in einem Kalenderraster, daneben Platz für Termine, Geburtstage und die paar Dinge, die diesen Monat wichtig sind.
Worauf ich beim Aussuchen achte: Wie viel Platz habe ich pro Tag?
Eine Liste mit einer Zeile pro Tag reicht mir in ruhigen Monaten völlig. Sobald aber Arzttermine, Abgaben und Verabredungen zusammenkommen, brauche ich das größere Kalenderraster. Und ich schaue, ob die Vorlage schon vornummeriert ist. Das spart Zeit, dafür passt sie eben nur zu einem bestimmten Monat.
Wie unterschiedlich Monatsübersichten aussehen können, siehst du in meiner Sammlung mit Monatsübersichten zur Inspiration.
Die Wochenübersicht: sieben Tage, ein Layout
Die Wochenübersicht ist die meistgesuchte Vorlage überhaupt, und das ergibt total Sinn: An ihr arbeitest du ja täglich. Sieben Felder, dazu meistens noch ein Kasten für Notizen oder Aufgaben, die zu keinem festen Tag gehören.
Die entscheidende Frage: Sind alle sieben Tage gleich groß? Viele Layouts geben Samstag und Sonntag nur ein halbes Feld. Bei mir ist genau daran das erste Jahr gescheitert, weil mein Wochenende meistens voller war als mein Mittwoch und ich den halben Samstag an den Rand gequetscht habe.
Geblieben ist bei mir am Ende ein ziemlich schlichtes Layout: sieben gleich große Felder, rechts eine schmale Spalte für alles ohne Datum. Klingt banal, entscheidet aber darüber, ob so eine Vorlage nach zwei Wochen wieder rausfliegt.
Mehr zu den verschiedenen Aufteilungen und was für wen passt, habe ich in meinem Artikel über die Wochenübersicht im Bullet Journal gesammelt.
Der Habit Tracker: dranbleiben sichtbar machen
Ein Habit Tracker ist im Grunde ein Raster: Gewohnheiten in den Zeilen, Tage in den Spalten. Jeden Abend machst du deine Häkchen, und nach ein paar Wochen siehst du auf einen Blick, was läuft und was nicht.
Mein erster hatte 15 Zeilen. Fünfzehn! Das sah erst großartig aus, im Alltag hat er mir halt jeden Abend nur ein schlechtes Gewissen gemacht, und nach zwei Wochen war er wieder raus. Heute trage ich drei bis fünf Gewohnheiten ein, mehr nicht, und lasse auch mal Zeilen frei (shocking, ich weiß).
Welche Gewohnheiten sich zum Tracken eignen und wie du dir dabei nicht selbst im Weg stehst, liest du im Artikel über den Habit Tracker.
Der Mood Tracker: wie es dir eigentlich geht
Beim Mood Tracker hältst du pro Tag deine Stimmung fest, meistens über eine Farbe. Ein Feld pro Tag, eine kleine Legende dazu.
Ich hatte den lange für reine Deko gehalten, für die Seite, auf der ich meine Buntstifte rechtfertige. Bis ich einen Winter komplett durchgezogen habe. Ende Februar lag da eine Doppelseite vor mir, auf der drei ziemlich dunkle Wochen direkt nebeneinander standen, und das hatte ich im Alltag überhaupt nicht so wahrgenommen. Seitdem ist der Mood Tracker die Seite, die mir am meisten über mich erzählt.
Zwei Dinge weiß ich seitdem: Die Felder müssen groß genug sein, um sie sauber auszumalen. Und die Legende bleibt bei mir immer frei, weil vorgegebene Emoji-Skalen selten das treffen, was ich eigentlich meine.
Ideen für Legenden und verschiedene Layouts findest du im Artikel zum Mood Tracker im Bullet Journal.
Die Jahresübersicht: alles, was weiter weg ist
Die Jahresübersicht, oft Future Log genannt, ist die Seite für alles, was jenseits des aktuellen Monats liegt. Der Zahnarzttermin im November, der Urlaub im Mai oder das Geburtstagsgeschenk, an das ich im Februar denken will.
Sechs oder zwölf Monatsfelder, mehr braucht es nicht. Du füllst sie einmal aus und ergänzt sie über das Jahr immer wieder. Für mich ist das die Seite, bei der sich ein Ausdruck am allermeisten lohnt: Ich brauche das Raster genau einmal im Jahr und würde trotzdem eine halbe Stunde daran zeichnen.
Listen und Sammelseiten
Bleiben die Seiten ohne Datum: Leseliste, Packliste, Filme, die du sehen willst, Ideen für Geschenke. Dazu die ruhigeren Sachen, ein Brain Dump für volle Köpfe oder ein paar Zeilen für den Rückblick auf die Woche.
Solche Vorlagen sind meistens schlicht, und das ist ihre Stärke. Ein paar Linien, eine Überschrift, fertig. Meine Leseliste sieht seit vier Jahren praktisch gleich aus, und ich hatte nie das Bedürfnis, daran etwas zu ändern.
Die meisten dieser Seiten liegen bei mir als fertige PDFs in der Vorlagen-Bibliothek.
Ausdrucken, abzeichnen oder nur gucken?
Du hast eine Vorlage gefunden. Und jetzt?
Am schnellsten geht ausdrucken und einkleben. Ich drucke auf etwas dickerem Papier (120 g/m² reicht völlig) und schneide die Ränder knapp, sonst sieht das schnell nach Zettelwirtschaft aus. Klebestift zieht das Papier deutlich weniger als Flüssigkleber, das war bei mir die halbe Miete.
Und wenn du die Seite später wieder rausnehmen können willst, kleb sie nur oben fest, dann kannst du sie hochklappen!
Die andere Variante: Du nimmst die Vorlage als Bauplan und überträgst sie selber in dein Journal (entweder frei per Hand oder alternativ: ausdrucken und abpausen). Dauert natürlich länger, dafür passt das Layout exakt auf deine Seitengröße und du kannst unterwegs anpassen, was dir nicht gefällt. Außerdem hast du so eben keine extra eingeklebten Seiten in deinem Bullet Journal, falls dich das stört.
Manchmal drucke ich übrigens gar nichts aus und zeichne auch nichts ab, sondern schaue mir nur an, wie die Doppelseite aufgeteilt ist, merke mir das Prinzip und mache meine eigene Version daraus. Zählt genauso.
Die Punktkariert Bibliothek liegt
Deutschsprachige Vorlagen zu finden, die weder nach Büro-Formular noch nach Glitzer-Pastell aussehen, war für mich überraschend mühsam. Irgendwann hatte ich es satt und hab die Bibliothek einfach selbst gebaut: eine Sammlung mit Vorlagen zum Ausdrucken, alle im gleichen Stil, auf Deutsch und kostenlos.
Drin liegen die Seiten aus diesem Artikel als fertige PDFs: die Wochenübersicht, ein Mood Tracker mit freier Legende, die Jahresübersicht als Future Log, ein Brain Dump, eine Leseliste und mehrere Reflexions-Seiten für Tag, Woche und Monat. Dazu kommt jeden Monat eine neue Monatsübersicht, schon vornummeriert, plus eine saisonale Vorlage, die zur Jahreszeit passt.
Den Zugang bekommst du über deine E-Mail-Adresse, danach kannst du alles herunterladen und so oft ausdrucken, wie du magst. Falls du reinschauen willst: Hier geht es zur Bibliothek.
Falls du Bullet-Journal-Vorlagen mal ausprobieren möchtest, fang mit einer einzigen Seite an, nicht mit allen. Nimm die, die dir gerade am meisten fehlt, druck sie aus, kleb sie ein, füll sie aus. Wenn sie nach zwei Wochen nicht passt, fliegt sie eben wieder raus und du nimmst die nächste. Dein Bullet Journal verzeiht dir das, es ist ja deins :)
In der Vorlagen-Bibliothek liegen sie alle bereit, kostenlos zum Ausdrucken. Happy Journaling!