Ein Bullet Journal lässt sich ganz einfach und schnell in vier Schritten starten.

Das Bullet Journal System kann einen am Anfang allerdings auch etwas überfordern. Geht es dir auch so? Grundsätzlich gefällt dir das Prinzip, du würdest es gerne ausprobieren und dein erstes Bullet Journal starten. Aber du weißt überhaupt nicht, wo du jetzt anfangen sollst.

Du hast vielleicht bei YouTube schon Videos angeguckt und gesehen, wie toll einige Leute ihre Bullet Journals gestalten. Oder du hast bei Pinterest gestöbert und ungefähr eine Million Fotos gefunden, die dich total inspiriert haben.

Super! Das ist schon mal eine gute Grundlage.

Wofür brauchst du dein Bullet Journal?

Bevor du dein Bullet Journal starten kannst, solltest du dir nämlich erstmal Gedanken machen, wofür du es überhaupt benutzen willst. Das System ist schließlich für alles geeignet, da du es so anpassen kannst, wie du möchtest – es sollte zu deinen Bedürfnissen passen.

Ein Bullet Journal kann sich zum Beispiel für folgende Zwecke eignen:

  • ganz simpel: einen Überblick über alle Termine behalten und nichts vergessen
  • die Planung bestimmter Projekte, z.B. deiner Bachelor- oder Masterarbeit
  • die Terminplanung deiner ganzen Familie
  • neue Routinen aufbauen und tracken, ob du sie auch täglich einhältst
  • Essensplanung für jede Woche
  • einen neuen Putzplan für jeden Monat

Es gibt noch viel mehr Möglichkeiten, das sind nur wenige Beispiele. Deiner Fantasie sind quasi keine Grenzen gesetzt. Schreib am besten erstmal eine Liste, wofür du dein Bullet Journal benutzen willst. Das gibt dir später eine gute Orientierung und verschafft dir Klarheit!

So sah meine Liste am Anfang aus. Einige Dinge davon habe ich ausprobiert und für gut befunden, für andere habe ich in meinem Bullet Journal eine Seite angelegt und danach nie benutzt. Schreib also einfach alles auf, was dir in den Kopf kommt! Nichts davon ist endgültig.

Schritt 1: Brainstorming

Folgende Fragen bieten dir bei deinem Brainstorming eine Hilfestellung.

  • In welchen Bereichen möchte ich meine Fortschritte oder Routinen regelmäßig festhalten? (z.B. allgemeine Gewohnheiten, Gesundheit/Fitness, einzelne Projekte, …)
  • In welchen Bereichen möchte ich mir Ziele setzen und die Erreichung der Ziele überprüfen? (z.B. Fitness, Finanzen, Business/Karriere, …)
  • Muss ich Termine und Ereignisse von mehreren Personen planen? (z.B. von dir und deinen Kindern)

Lass hier auch die Inspiration mit einfließen, die du dir bei Pinterest & Co. geholt hast. Deine Liste kann natürlich immer wieder ergänzt werden, falls dir noch etwas Neues einfällt. Jetzt hast du aber die Basis geschaffen! Theoretisch kannst du jetzt dein Bullet Journal starten.

Schritt 2: Probiere dich aus

Glaub mir: Ich kann es sehr gut verstehen, wenn du sagst, dass du jetzt direkt richtig durchstarten willst. Seiten toll gestalten, die erste Monats- und Wochenübersicht, Habit Tracker, was halt so dazu gehört.

Wahrscheinlich machst du dir aber auch Sorgen, dass dein Bullet Journal bestimmt nicht so schön aussehen wird wie alle anderen, weil du nicht so schön schreiben oder malen kannst. So war es bei mir zumindest. Ich bin eine absolute Niete, wenn es darum geht, zu malen. Ich kann nicht mal Sachen abmalen, wenn man mir eine Vorlage gibt.

Diese Sorge sollte dich aber nicht abhalten. Wenn du anfangs noch unsicher bist, nimm einfach ein altes Notizbuch, was du noch zuhause rumfliegen hast, oder auch nur ein Blatt Papier. Und dann probiere dich aus! Übe dich ein bisschen im Überschriften schreiben, probiere verschiedene Schriftarten aus, was auch immer dir einfällt und wo du noch unsicher bist – bring es zu Papier.

Brauche ich hier schon bestimmtes Zubehör?

Nein, brauchst du nicht. Du kannst ein Bullet Journal in jedem Notizbuch führen, dass dir in die Hände kommt. Es muss keins von Leuchtturm1917 oder Moleskine sein, auch wenn diese sehr beliebt sind. Fang mit dem an, was dir am meisten zusagt!

Mach dir hier auch noch nicht zu viele Gedanken über die Stifte, die du verwendest. Nimm entweder Stifte, die du schon hast (z.B. einfache Fineliner) oder kauf dir einen zum ausprobieren, z.B. den PITT Artist Pen von Faber Castell. Den benutze ich normalerweise. Das reicht für den Anfang.

Irgendwann wirst du dich sicher genug fühlen, richtig zu starten. Dann geht es richtig los!

Schritt 3: Damit fängst du an

Das originale Bullet Journal System sieht ganz am Anfang einen Index vor, in dem du alles einträgst, was du in dein Journal schreibst. Es wird sonst sehr schwer, einzelne Sachen wiederzufinden. Wenn du ein Leuchtturm1917 Notizbuch hast, dann ist dort bereits ein Inhaltsverzeichnis vorgegeben. Wenn du ein anderes Notizbuch nutzt, wo das nicht der Fall ist, dann lass am besten die ersten drei oder vier Seiten frei. Das sollte ausreichend Platz sein.

Die erste richtige Seite in deinem Bullet Journal ist dann normalerweise der Future Log. Für jeden Monat lässt du etwas Platz, um wichtige Termine und Aufgaben einzutragen. Wie viele Monate du hier einträgst, bleibt dir überlassen.

Mein erstes Bullet Journal habe im September 2016 gestartet. Ich habe dann nur eine Seite genommen und für die restlichen vier Monate des Jahres Platz gelassen, um wichtige Ereignisse einzutragen, die bereits feststehen (z.B. den London-Trip an meinem Geburtstag im Oktober oder den Abgabetermin meiner Bachelorarbeit).

Heute mag ich dieses Design überhaupt nicht mehr und wie du siehst, habe ich auch nicht sonderlich viel eingetragen. Dafür wusste ich absolut sicher, dass ich den Future Log in meinem nächsten Bullet Journal anders gestalten muss. Ärger dich also nicht, falls du doch nicht mehr 100% zufrieden bist.

Wenn du dein Bullet Journal Anfang des Jahres startest, könntest du die nächsten acht Monate dort eintragen. Für einen längeren Zeitraum wird dein Notizbuch wahrscheinlich eh nicht ausreichen :)

Alles weitere bleibt dir überlassen

Bullet Journal starten: check! Du hast jetzt den ersten Eintrag. Gutes Gefühl, oder?

Wie du jetzt weitermachst, hängt ganz von dir ab. Du kannst entweder direkt mit der ersten Monatsübersicht starten oder vorher noch Listen oder Sammlungen eintragen, die nicht monatsspezifisch sind und deswegen gut an den Anfang passen.

Schritt 4: Gestalte so, wie es dir gefällt

Das Großartige am Bullet Journal System ist, dass du es jederzeit anpassen und verändern kannst. Wenn du zum Beispiel den September im klassischen Format gestaltet hast, also einfach die Tage untereinander geschrieben, und du merkst, das gefällt mir so nicht: Mache es im Oktober anders.

Es kann einige Wochen und Monate dauern, bis du das für dich perfekte System gefunden hast. Probiere so viel aus wie möglich, denn nur so kannst du herausfinden, was deinen Bedürfnissen am ehesten entspricht.

Bullet Journal starten ist kein Hexenwerk

Das flexible Bullet Journal System kann Fluch und Segen zugleich sein. Am Anfang bist du vielleicht etwas erschlagen, weil es unendlich viele Möglichkeiten gibt. Das ist total verständlich.

Du solltest dich davon aber auf keinen Fall abhalten lassen. Such dir Inspiration bei Pinterest oder Instagram und mache erst einmal das, was andere machen. Im täglichen Gebrauch wirst du dann schnell merken, was gut für dich passt und was nicht.

Dann wird schnell klar, wie toll es ist, dass du alles jederzeit ändern kannst. Meistens genügen kleine Anpassungen, um das System auf deine Bedürfnisse zuzuschneiden.

Ich wünsche dir viel Spaß beim Bullet Journal starten und dabei, das System für dich zu entdecken!

Ist dir das Bullet Journal starten leicht gefallen? Oder wusstest du am Anfang gar nicht, wo du anfangen sollst? Schreib es in die Kommentare! :)